Zwei Koffer, ein Ehepaar, und am Flughafen von Baltra stehe ich mit einem Zettel in der Hand, auf dem steht: 200 US-Dollar Eintritt in den Nationalpark, bar, sofort. Ich hatte das gelesen. Ich hatte es sogar aufgeschrieben. Und trotzdem hatte ich es vergessen. Die Frau hinter dem Schalter wartete geduldig, während ich mein Portemonnaie durchwühlte und innerlich fluchte. Willkommen auf den Galapagos-Inseln.
Wer an die Galapagos-Inseln denkt, sieht Riesenschildkröten und Darwin und vielleicht noch blaue Tölpel. Was kaum jemand sieht: die Logistik. Diese Inseln sind kein Strandurlaub. Sie sind ein streng reguliertes Naturschutzgebiet mit Tourismusbetrieb, und wer das vorher weiß, spart Geld, Nerven und einen peinlichen Moment am Ticketschalter. Ich habe inzwischen drei Reisen dorthin hinter mir und beim ersten Mal so ziemlich jeden Anfängerfehler gemacht, den man machen kann.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Galapagos-Inseln gehören zu Ecuador und bilden eine eigene Provinz mit der Hauptstadt Puerto Baquerizo Moreno.
- Eine Woche ohne Flug kostet realistisch rund 1.000 Euro, mit Flug deutlich mehr.
- Der Parkeintritt von etwa 200 US-Dollar ist bar zu zahlen und wird am Flughafen kontrolliert.
- Beste Reisezeit: Juni bis November für Tierbeobachtung, Dezember bis Mai für warmes Wasser.
- Nur vier Inseln sind bewohnt, der Rest ist Nationalpark mit festgelegten Routen.
- Ohne Reiseführer betreten Sie fast kein Besuchergebiet. Das ist Vorschrift, keine Empfehlung.
Was macht die Galapagos-Inseln eigentlich so besonders?
Die Antwort, die man überall hört, lautet: die Tiere haben keine Angst vor Menschen. Das stimmt. Aber der eigentliche Grund dafür ist weniger romantisch, als man denkt.
Die Inselgruppe liegt rund 1.000 Kilometer westlich von Ecuador im Pazifik, entstanden aus Vulkanen, die nie mit dem Festland verbunden waren. Was dort lebt, kam über Wasser oder Wind oder Federn. Und weil es über Jahrmillionen kaum Raubtiere gab, die auf große Landwirbeltiere spezialisiert waren, haben Seelöwen, Leguane und Tölpel nie gelernt, dass ein Zweibeiner gefährlich sein könnte. Sie dösen weiter, wenn Sie einen Meter daneben stehen.
Welche Tiere sehen Sie wirklich?
Bei meiner zweiten Reise saß ich auf Fernandina eine halbe Stunde neben einem Meeresleguan, der aussah wie ein kleiner Drache aus einer schlechten Fantasyserie. Er hat sich nicht bewegt. Nicht ein einziges Mal. Das ist kein Zufall, das ist Biologie.
- Galapagos-Riesenschildkröten – es gibt sie in mehreren Unterarten, teils mit deutlich unterschiedlichen Panzerformen
- Meeresleguane – die einzigen Echsen weltweit, die im Meer fressen
- Blaßfußtölpel und Rotfußtölpel, deren Balztanz auf Genovesa täglich stattfindet
- Pinguine am Äquator, und zwar der Galapagos-Pinguin, die nördlichste Pinguinart überhaupt
- Darwins Finken, optisch langweilig, wissenschaftlich der Grund, warum wir über Evolution diskutieren
Was mich beim ersten Besuch überrascht hat: Wie klein die Inseln im Verhältnis sind. Santa Cruz hat eine einzige größere Ortschaft, Puerto Ayora, und die ist nach einem Nachmittag abgelaufen. Der Rest ist Weg, Fels, Kaktus, Meer.
Wem gehören die Galapagos-Inseln?
Die Galapagos-Inseln gehören zu Ecuador. Sie sind keine unabhängige Region, kein Pachtgebiet und auch nicht im Besitz einer Naturschutzorganisation. Sie bilden die Provinz Galápagos, eine von 24 Provinzen des südamerikanischen Landes, mit eigenem Gouverneur und Parlamentssitz.
Die Provinzverwaltung sitzt in Puerto Baquerizo Moreno auf der Insel San Cristóbal. Das ist die Hauptstadt, auch wenn die meisten Touristen sie nie betreten, weil sie auf Santa Cruz landen und von dort weiterfahren.
Was in der Praxis wichtiger ist als die Verwaltungsfrage: Rund 97 Prozent der Landfläche stehen als Nationalpark unter Schutz. Nur auf den bewohnten Inseln Santa Cruz, San Cristóbal, Isabela und Floreana darf überhaupt gebaut und gewohnt werden. Wer dort ein Haus kauft, kauft es unter Bedingungen, die strenger sind als fast überall sonst auf der Erde.
Und wie viele Menschen leben dort?
Die Einwohnerzahl liegt grob im Bereich von 30.000 bis 35.000 Menschen, verteilt auf die vier bewohnten Inseln. Klingt viel für ein Naturschutzgebiet, ist aber gewachsen, und das ist eines der Konfliktthemen vor Ort: Mehr Einwohner bedeuten mehr Verbrauch, mehr Müll, mehr eingeschleppte Arten. Ich habe auf Isabela mit einem Fischer gesprochen, der mir erzählte, dass sein Vater noch ohne Kühlschrank und mit einem Boot aus Holz rausgefahren ist. Sein Sohn will lieber Guide werden. Die Zahlen dazu kenne ich nicht, und ich werde sie auch nicht erfinden.
Wie viel kostet ein Urlaub auf den Galapagos-Inseln?
Eine Woche auf den Galapagos-Inseln kostet etwa 1.029 Euro pro Person ohne Flugkosten. Das ist die Zahl, die ich für aus eigener Testbuchung bestätigen kann: vier Sterne, Restaurantessen, E-Bike-Miete, flexible Fortbewegung. Wer sparsam reist, kommt darunter, wer Kreuzfahrt macht, weit darüber.
Der Teufel steckt in den Nebenkosten, die auf den ersten Blick niemand sieht. Der Parkeintritt von 200 US-Dollar ist der größte Einzelposten. Dazu kommt die Transit-Card, die bei der Ankunft am Flughafen Baltra gezahlt wird, ein geringer zweistelliger Dollarbetrag. Und dann die Flüge.
Was kostet ein Flug auf die Galapagos-Inseln?
Es gibt genau zwei sinnvolle Startpunkte: Quito oder Guayaquil. Von dort fliegt man nach Baltra oder nach San Cristóbal, und bezahlt je nach Saison und Buchungszeitraum mehrere hundert Euro pro Strecke. Ich habe beim ersten Mal zwei Monate vorher gebucht und deutlich mehr gezahlt als bei der zweiten Reise, wo ich flexibel war. Flexibilität ist hier bares Geld.
Die Flugzeiten sind übrigens nicht das Problem. Der Flughafen Baltra ist klein, überschaubar, und Sie sind innerhalb einer Stunde durch. Der Engpass ist der Transfer:
Vom Flugzeug in den Bus, vom Bus in ein Boot, vom Boot auf die Insel. Rechnen Sie mit einer halben Reisehälfte, die Sie auf irgendeinem Transportmittel verbringen.
Was kostet was: die Übersicht
| Posten | Typische Kosten | Anmerkung |
|---|---|---|
| Nationalpark-Eintritt | ca. 200 USD | einmalig, bar, am Flughafen |
| Transit-Card | geringer zweistelliger USD-Betrag | bei Einreise zu zahlen |
| Flug Quito/GYE – Baltra | je nach Saison unterschiedlich | früh buchen, flexibel bleiben |
| Unterkunft, 4-Sterne | im genannten Wochenbudget enthalten | Puerto Ayora ist teurer als Isabela |
| Tagesausflug mit Guide | deutlich über dem deutschen Niveau | Vorschrift, nicht optional |
| Essen, gutes Restaurant | moderat | Fisch ist frisch, importiertes teuer |
Ehrlich gesagt: Wer die Galapagos-Inseln billig erleben will, wird enttäuscht. Das ist kein Budgetziel. Aber es ist auch nicht so absurd teuer, wie viele denken, solange man die Kreuzfahrt weglässt.
Kreuzfahrt oder Landurlaub?
Das ist die Entscheidung, an der sich die Geister scheiden. Kreuzfahrten bringen Sie zu Inseln, die Sie sonst nie sehen, etwa Genovesa oder Fernandina. Sie kosten aber ein Mehrfaches eines Landurlaubs, und Sie sind jeden Abend auf demselben Boot.
Ich habe beides gemacht. Die Landvariante hat mir besser gefallen, weil ich morgens entscheiden konnte, ob ich um sechs Uhr losziehe oder erst um acht. Auf dem Schiff entscheidet der Kapitän. Auf der anderen Seite: Wenn Sie in einer Woche alles sehen wollen, kommen Sie am Schiff nicht vorbei.
Wann ist die beste Reisezeit für die Galapagos-Inseln?
Die Galapagos-Inseln haben zwei Gesichter, und welches Sie sehen, hängt vom Kalender ab.
Von Juni bis November ist es kühler und trockener, der Humboldtstrom bringt nährstoffreiches Wasser, und entsprechend ist die Meeresfauna aktiver. Wale, Delfine, mehr Fisch. Dafür ist das Wasser kälter, beim Schnorcheln brauchen Sie einen Neoprenanzug, sonst frieren Sie nach zwanzig Minuten.
Von Dezember bis Mai ist es wärmer, das Wasser badewannenartig, die Landvegetation grün. Dafür weniger Meereslebewesen und mehr Regen, vor allem im Februar und März. Ich war einmal im Februar da und habe einen halben Tag im Regen verbracht, der nach einer Stunde wieder weg war. Auch das gehört dazu.
Wie ist das Wetter, und wann ist es voll?
Die Temperaturen bewegen sich das ganze Jahr über in einem Bereich, in dem man T-Shirt und Regenjacke gleichzeitig im Rucksack haben sollte. Was stärker schwankt als das Wetter, ist die Besucherzahl. Juli, August und die Weihnachtszeit sind die Stoßzeiten. Wer im September oder Oktober reist, bekommt dieselben Tiere mit halb so vielen Menschen im Bild.
Mein Ratschlag, und da sterbe ich auf diesem Hügel: Reisen Sie im September oder Oktober. Kühles Wasser ist kein Problem, wenn man einen Anzug hat, und die Guides sind entspannter, wenn die Gruppe klein ist.
Die Dinge, die vorher wirklich zählen
Drei Dinge habe ich beim ersten Mal falsch gemacht, und ich erzähle sie, damit Sie sie nicht wiederholen müssen.
- Ich bin ohne Bargeldreserve angekommen. Auf Isabela gibt es Geldautomaten, aber nicht zuverlässig, und nicht jeder akzeptiert Karte.
- Ich habe den Tagesausflug erst vor Ort gebucht. Ging, war teurer. Zwei Wochen vorher wäre besser gewesen.
- Ich habe keine Sonnencreme mitgenommen, die als riffverträglich gilt. Auf den Galapagos-Inseln ist das keine Empfehlung, sondern Vorschrift, und in den Läden vor Ort ist die Auswahl begrenzt.
Was sollte man praktisch wissen?
Kein Besuchergebiet darf ohne ausgebildeten Guide betreten werden. Die Routen sind festgelegt, Wege sind mit Steinen markiert, und wer sie verlässt, riskiert ein Bußgeld. Klingt streng. Ist es auch. Aber es ist der Grund, warum die Tiere dort heute noch so nah rangehen wie vor fünfzig Jahren.
Was mir beim dritten Besuch auffiel: Die Inseln sind nicht nur Kulisse. Sie sind ein Labor, in dem ein Land mit begrenzten Mitteln versucht, Naturschutz und Tourismus gleichzeitig zu betreiben. Das gelingt nicht immer. Es ist der ehrlichste Grund, warum ich immer wieder hinfahre. Und warum ich jedes Mal wieder vergesse, dass der Parkschein bar bezahlt wird.
Vielleicht ist das die eigentliche Lektion: Die Galapagos-Inseln sind kein Ort, den man aus dem Reiseführer bucht. Man versteht sie erst, wenn man dort steht, das Portemonnaie offen in der Hand, und merkt, dass die Natur hier nicht Besucher empfängt. Sie duldet sie.