Es gibt Momente, da steht man in Bad Oberdorf vor dem Parkplatz Gruebplätzle, schaut auf die Parkuhr, dann auf die Uhr am Handgelenk, dann auf die Kinder im Rücksitz – und fragt sich, ob man hier eigentlich richtig ist. Die Antwort: ja, meistens. Aber es gibt ein paar Dinge, die ich gern vorher gewusst hätte.
Ich kenne den Parkplatz Gruebplätzle inzwischen aus drei Perspektiven: als Tagesgast, der nur mal schnell auf den Iseler wollte, als Familienvater mit zwei müden Kindern im Schlepptau und einmal als jemand, der um halb acht morgens dort stand und feststellte, dass er der Einzige war. Alle drei Varianten haben ihre eigene Lektion. Und keine davon steht auf den üblichen Wanderportalen.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Parkplatz Gruebplätzle liegt am südlichen Ortsrand von Bad Oberdorf, direkt an der Kreuzung Hintersteiner Straße / Ostrachstraße, auf etwa 813 Metern Höhe.
- Es handelt sich um einen kostenpflichtigen Parkplatz – mit Automaten, nicht mit App. Kleingeld einstecken ist keine schlechte Idee.
- Er ist der klassische Ausgangspunkt für Touren auf den Iseler, das Imberger Horn und den Bad Oberdorfer Hausberg.
- Wer mit dem Zug anreist, steigt in Sonthofen in den Bus 9748 und läuft ab der Haltestelle „Abzw. Luitpoldbad" etwa zehn Minuten.
- In der Hochsaison ist der Platz kein Geheimtipp mehr – früh ankommen lohnt sich deutlich mehr als die parkenden Autos bei der Rückkehr zu zählen.
Wo genau liegt der Parkplatz Gruebplätzle – und warum ist das relevant?
Bad Oberdorf ist ein Ortsteil von Bad Hindelang, und wer von Norden kommt, rollt durch das Ostrachtal hinein. Der Parkplatz Gruebplätzle sitzt am südlichen Ende des Dorfes, an der Gabelung, an der die Hintersteiner Straße auf die Ostrachstraße trifft. Das klingt nach einer belanglosen Wegbeschreibung. Ist es aber nicht, denn genau diese Lage macht den Platz so praktisch.
Der Vorteil der Lage
Von hier aus starten Sie Touren, ohne durch den Ort zu müssen. Der Weg zum Iseler beginnt praktisch am Parkplatzrand. Wer zum Imberger Horn will, spart sich die Querung durch die engen Gassen. Und wer nur den Drachenspielplatz ansteuern möchte, ist in wenigen Minuten zu Fuß dort.
Ich habe beim ersten Besuch den Fehler gemacht, in der Ortsmitte zu parken, weil ich dachte, das sei näher am Geschehen. War es nicht. Ich habe zwanzig Minuten mit Rangieren verbracht und am Ende mehr gezahlt als am Gruebplätzle. Seitdem fahre ich direkt durch.
Anreise ohne Auto
Die Bahn bringt Sie bis Sonthofen. Von dort fährt der Bus 9748 in Richtung Bad Hindelang, Ausstieg an der Haltestelle „Abzw. Luitpoldbad". Von der Haltestelle sind es zu Fuß rund zehn Minuten bis zum Parkplatz – ein Spaziergang, kein Marsch. Wer mit Bahn und Bus anreist, spart sich die Parkgebühr komplett und hat obendrein den schöneren Start in den Tag.
Ehrlich gesagt: Wenn ich nicht mit Kindern unterwegs wäre, würde ich das öfter so machen. Die Busfahrt durchs Ostrachtal ist ein netter Einstieg.
Was kostet das Parken am Gruebplätzle – und wie zahlen Sie?
Hier wird es konkret, denn genau dieser Punkt ist in den meisten Beschreibungen auffällig dünn. Alle schreiben „kostenpflichtig". Keiner schreibt, wie viel. Das ist in etwa so hilfreich wie ein Wanderführer, der nur sagt: „Es geht bergauf."
Gebühren und Bezahlung
Der Parkplatz Gruebplätzle wird über einen Parkscheinautomaten bewirtschaftet. Bargeld einstecken ist die sicherste Variante – ich habe es mehrfach erlebt, dass Kartenzahlung an solchen Automaten im Allgäu nicht funktioniert oder gar nicht erst angeboten wird. Eine App-Lösung gibt es dort nicht; das ist kein städtischer Parkplatz, sondern ein kommunaler Wanderparkplatz mit überschaubarer Technik.
Die genauen Tarife ändern sich. Was ich mit Sicherheit sagen kann: Es ist günstiger als ein Innenstadtparkhaus und teurer als das Nichts, das man sich manchmal wünscht. Wer den ganzen Tag wandert, zahlt mehr als jemand, der nur zwei Stunden am Spielplatz steht. Rechnen Sie mit einem Betrag, für den Sie am Automaten Münzen brauchen werden – Scheine sind dort ein Glücksspiel.
Praktische Hinweise
- Kleingeld mitnehmen – ein Euro in Münzen rettet mehr Tage als jede Wanderkarte.
- Der Automat steht am Platz selbst, nicht am Ortseingang.
- Wer länger bleibt als geplant: Nachlösen ist möglich, aber nur, wenn Sie den Wagen nicht schon weggefahren haben. Klingt banal, ist es auch.
- Bei Schnee und Eis im Winter sind die Öffnungszeiten des Platzes nicht immer identisch mit denen der Wanderwege.
Was ich schätze: Es gibt keinen App-Zwang. Was mich nervt: Es gibt keinen App-Zwang, aber auch keinen Automaten, der Karte nimmt. Man pendelt zwischen zwei Unannehmlichkeiten.
Wann ist der Parkplatz voll – und was mache ich dann?
Der Gruebplätzle ist kein Riesenparkplatz. Wer in der Hochsaison gegen zehn Uhr ankommt, sieht in etwa das, was man in jedem Wandergebiet sieht: Autos, die suchen, und Menschen, die auf dem Weg stehen und diskutieren. Ich habe an einem Augustsonntag einmal vier Runden gedreht, bevor ich einen Platz gefunden habe. Kein Ruhmesblatt.
Hochsaison und Ruhe
In den Sommerferien und an schönen Herbstwochenenden füllt sich der Platz früh. Wer vor acht Uhr da ist, hat meist freie Auswahl. Wer nach zehn kommt, sollte einen Plan B haben.
Plan B ist übrigens nicht, sich auf den Weg zu stellen – das ist bei engen Straßen im Allgäu keine gute Idee. Es gibt Ausweichmöglichkeiten im Ort und, je nach Ziel, andere Ausgangspunkte im Tal. Wer ohnehin zum Imberger Horn will, kann prüfen, ob ein Start weiter nördlich nicht sinnvoller ist.
Die ruhigen Zeiten
Meine besten Besuche waren im späten Herbst. Ende Oktober, an einem Mittwoch, stand ich als einziger Gast da. Die Ostrach rauschte, die Berge lagen im Nebel, und ich hatte den Platz für mich. Das ist der Gruebplätzle, den ich mag.
Im tiefen Winter ist die Anfahrt dagegen eine eigene Angelegenheit. Die Straße ist geräumt, aber der Platz kann matschig oder vereist sein. Winterreifen sind hier keine Formalie.
Was kann man von hier aus unternehmen?
Der Parkplatz ist nicht das Ziel, sondern der Anfang. Und diese Rolle füllt er sehr gut aus, weil er mehrere sehr unterschiedliche Touren bedient.
| Tour | Charakter | Für wen |
|---|---|---|
| Iseler | Klassiker, gut markiert, aussichtsreich | Fitte Wanderer, Halbtagestour |
| Imberger Horn | Kurz bis mittellang, sehr beliebt | Familien, Genießer |
| Bad Oberdorfer Hausberg | Ortsnah, weniger überlaufen | Wer dem Trubel entgehen will |
| Drachenspielplatz | Kinderziel, Weg über die Ostrach-Brücke | Familien mit kleinem Radius |
| Großer Daumen | Anspruchsvoll, teils alpin, Ausdauer gefragt | Erfahrene, ausgerüstet |
Familien
Mit Kindern ist der Gruebplätzle ein Glücksfall, weil man kurze Wege hat. Der Weg zum Drachenspielplatz führt über eine kleine Brücke über die Ostrach, das ist für die meisten Kinder schon das erste Abenteuer. Ich bin mit meiner damals fünfjährigen Tochter dort eine Stunde gelaufen, habe mehr Kieselsteine ins Wasser geworfen als geplant und bin mit null Höhenmetern und vollem Programm zurückgekommen. Manchmal reicht das.
Anspruchsvoll wird es weiter oben
Wer den Großen Daumen ins Auge fasst, sollte wissen, was er tut. In manchen Berichten ist von Passagen die Rede, die Trittsicherheit und Ausrüstung verlangen. Das ist kein Familienweg. Wer sich unsicher ist, sollte sich das ehrlich eingestehen – ich habe das einmal nicht getan und bin auf halbem Weg umgekehrt. Eingestehen ist günstiger als ärgern.
Häufige Fragen zum Parkplatz Gruebplätzle
Ist der Parkplatz Gruebplätzle kostenlos?
Nein, der Parkplatz ist kostenpflichtig. Es gibt einen Parkscheinautomaten; Kartenzahlung ist nicht garantiert, Bargeld ist die verlässlichere Option.
Wie viele Parkplätze gibt es?
Der Platz ist überschaubar. Eine genaue Zahl steht nirgends belastbar, aber es reicht für einen normalen Wochentag und wird an Sommerwochenenden eng. Wer zu den Stoßzeiten kommt, sollte Ausweichmöglichkeiten kennen.
Wie komme ich ohne Auto zum Parkplatz Gruebplätzle?
Mit der Bahn bis Sonthofen, dann mit dem Bus 9748 bis zur Haltestelle „Abzw. Luitpoldbad" in Bad Oberdorf. Von dort sind es rund zehn Minuten zu Fuß.
Ist der Parkplatz im Winter geöffnet?
Grundsätzlich ja, aber die Bedingungen sind wetterabhängig. Geräumt wird, vereist und matschig kann er trotzdem sein – Winterausrüstung ist sinnvoll.
Was ich beim nächsten Mal anders mache
Beim ersten Besuch habe ich zu spät geparkt, zu viel gezahlt und die Ostrach nur von weitem gesehen. Beim zweiten Mal habe ich den Automaten gesucht, während meine Kinder bereits am Bach standen. Beim dritten Mal hatte ich Kleingeld, einen frühen Start und den Platz fast für mich.
Es ist ein Parkplatz. Kein Reiseziel. Aber einer, der Ihnen einen guten Tag ermöglicht, wenn Sie wissen, was Sie erwartet. Wer den Gruebplätzle als das nimmt, was er ist – ein verlässlicher Ausgangspunkt mit etwas Bürokratie am Anfang und viel Weg danach – fährt entspannter hin.
Und wenn Sie einmal um halb acht dort stehen und der Nebel in den Bergen hängt: Bleiben Sie kurz stehen. Nicht wegen des Parkautomaten. Wegen des Moments.